Feuerwehr sorgt sich um Nachwuchs

Artikel in der Märkischen Allgemeinen vom 23.03.2013

Gerdes fordert mehr Geld für Ausbildung und Ausstattung junger Kameraden

Obwohl genug Feuerwehrnachwuchs da ist, nimmt die Zahl der aktiven Kameraden im Landkreis Dahme-Spreewald weiter ab. Um mehr junge Feuerwehrleute bei der Stange zu halten, „müssen die Kommunen auch Geld in die Hand nehmen“, sagt Manfred Gerdes. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes fordert ein verstärktes Engagement in Sachen Ausbildung und Ausstattung.

„Von zehn gut ausgebildeten Jugendfeuerwehr-Kameraden bleiben erfahrungsgemäß nur drei als Erwachsene bei der Feuerwehr. Das ist unser Problem.“ Dagegen habe man noch kein Mittel gefunden. Schließlich sank die Zahl der kreisweit aktiven Feuerwehr-Frauen und Männer in den vergangenen zwei Jahren von 4417 auf 4226. Gleichzeitig stieg die Zahl der in Kinder- und Jugendfeuerwehren aktiven, bis zu 16 Jahre alten Mädchen und Jungen von 1014 auf 1173 an. Gerdes zufolge müsse es das Ziel sein, künftig mehr als nur drei von zehn Jugendfeuerwehrleuten für den aktiven Dienst zu gewinnen. „Da genügt es nicht, wenn die jungen Leute eine Lehrstelle oder einen Studienplatz in der Nähe ihres Heimatortes bekommen.“ Ganz entscheidend sei, wie der Übergang „von der wohl behüteten Jugendfeuerwehr zu den Erwachsenen“ gestaltet wird. Gerdes regte an, jedem Jugendfeuerwehrmann in der Übergangsphase einen Paten zur Seite zu stellen. „Das ist natürlich nicht überall machbar.“ Wichtig sei auch, die jungen Feuerwehrleute ordentlich einzukleiden und auszurüsten. „Wir müssen den Kindern und Jugendlichen in der Feuerwehr ein Heim bieten.“

Gute Ansätze gibt es in der Region. Beispielsweise hat die Gemeinde Heidesee eine Mini-Feuerwehr. Mitglieder der „Löschwürmer“ sind Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren. Sie treffen sich samstags in der Friedersdorfer Feuerwache. Hier lernen die Kinder spielerisch das kleine Retter-Einmaleins. Junge Feuerwehrleute kümmern sich um sie. Ein ganzes Wochenende mit Einsatzübungen und Ausbildungsstunden steht seit gestern bei der Wildauer Jugendfeuerwehr auf dem Programm. Gemeinsam übernachten 17 Mädchen und Jungen im Gerätehaus. Verpflegung wird von der Gemeinde bezahlt, einige Firmen stellen ihre Gelände für kleine Übungen zur Verfügung. „Die Vorbereitung ist unsere Sache“, sagt Jugendwart Christian Nicolai. Solche Angebote trügen dazu bei, „dass die Kinder auch mal ein bisschen was erleben und am Ende nicht die Lust an der Feuerwehr verlieren“. (Von Frank Pechhold)

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